Waren Sie schon auf dem Striezelmarkt?

Da oben wird die Zeit bis Weihnachten gezählt
 
Charlene und der Weihnachtsmann in Dresden
 
Es ist V O L L
Dresden: Striezelmarkt | Wirft man in Dresden eine Bollein die Elbe, dann schwimmt sie irgendwann bei uns vorbei. Andersherum funktioniert das leider nicht, denn das Elbflorenz von Sachsen liegt Elbaufwärts.

Nachdem ich an den Ursprung des Thüringer Stollens gereist bin, reizte es mich, auch den des Dresdner Stollens zu erkunden. Dresdner Stollen ist bei uns noch bekannter als Thüringer. Warum?

Was für Thüringen die Stollenkönigin Anna Endter ist, das ist für Dresden das Stollenmädchen Luise Fischer. Bevor wir jedoch den Striezelmarkt erreichten, stauten wir uns erstmal zweieinhalb Stunden durch die Dresdner Innenstadt, bis wir endlich einen Parkplatz ergattern konnten. Es war eine Geduldsprobe und letztlich die Zeit, in der ich das Stollenmädchen hätte treffen können und den Dresdner Riesenstollen bewundern können. So kamen wir an, als er schon komplett verkauft war. Der Wagen stand noch da.

In Erfurtwar es ein zweimeterfünfzig langer Stollen normalen Durchmessers gewesen. In Dresden hätten wir einen Riesenstollen sehen sollen, der aus vielen normalgroßen Stollen zusammengesetzt war, einen mächtigen mehr als 4 m langen Berg gebildet hätte und mit einem 1,60m langen, 12 kg schweren Stollenmesser angeschnitten wurde. Also ein großer Unterschied. Diese Tradition ist zurückzuführen auf August den Starken, der einen 1.800 kg schweren Stollen hat backen lassen, um damit seine wirtschaftliche Stärke zu demonstrieren.

Seit 20 Jahren wird das Stollenfest wieder gefeiert, und zwar immer am Samstag vor dem 2. Advent.

Der Striezelmarkt hat ähnlich lange geöffnet, wie die Weihnachtsmärkte bei uns am anderen Ende der Elbe. Nun ist die ganze Innenstadt von Dresden mit Weihnachtsmärkten gepflastert. Es gibt Leute, die Wetten abschließen, wie viele Glühweinstände sie wohl sehen werden.

Ichtraf in Dresden auch den Weihnachtsmann, der sich freute, dass ihn eine Königin beehrte.

Wie gesagt, Weihnachtsmärkte gibt es in Dresden überall. Umso mehr verwundert es deshalb, dass es überall so voll ist. So voll wie die Straßen mit Autos waren die Fußgängerzonen mit Fußgängern.

Der Striezelmarkt ist nur einer von vielen Weihnachtsmärkten. Seinen Namen hat er freilich vom Striezel, das ist der lokale Name für Stollen, so wie er in Thüringen "Erfurter Schittchen" heißt.
Da haben sich die Dresdner ein Plakat einfallen lassen, zu dem den Erfurtern wohl keine passende Antwort einfallen dürfte, denn wenn…

…Dresden striezelt, was tut Erfurt dann?

Neben tausenden Menschen gibt es auf dem Striezelmarkt Stände mit den verschiedensten Dingen, einen Stand mit Tee von einer Kräuterhandlung, jede Menge Glühwein- und Würstchenstände, Bäckereien, Kunsthandwerk, wie Spitzen, erzgebirgische Holzkunst und bunt leuchtende Kugeln oder auch interessante Glaskugeln für den Baumschmuck.

Sächsische Spezialitäten gab es natürlich auch. Ich probierte Quarkkeulchen, die sehr lecker waren. Wie Keulen sahen sie für mich aber nicht aus. Sie hatten die Form und Größe von Kartoffelpuffern, waren aber aus anderem Teig, dazu Apfelmus, Zucker und Zimt.
Ich fand's lecker.

Striezel ist Stollen. Auch den gab es an vielen Ständen zu kaufen.
Für Leute, die keine Rosinen und Orangeat mögen, gab es auch Stollen ohne. Ich persönlich mag beides und fand den Stollen ohne etwas fade. Mohnstollen gab es auch in verschiedenen Variationen.

Preislich lag Dresden höher als Erfurt. Das Kilo Stollen kostete in Dresden ca. 14€, in Erfurt dagegen ca. 11€.

So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte mich nicht entscheiden, welcher Stollen mir nun besser gefiel, Thüringer oder Sächsischer. Ich liebe Stollen und mag beide. Marzipanstollen ist mir allerdings oft zu süß. Da bleibe ich lieber beim klassischen oder beim Mohnstollen.

Aufgefallen sind mir die Bratwurststände mit den besonders langen Schlangen. Dort gab es, wie ich bald herausfand, Bratwurst als Halbmeterware.
Einen halben Meter Wurst zwischen Brötchenhälften wollten viele haben.

Neben den Weihnachtsmärkten hat Dresden noch viel mehr zu bieten. Nicht zu Unrecht wird die Stadt auch Elbflorenz genannt. Zahlreiche historische Gebäude wie auch die wiederaufgebaute Frauenkirche sind das ganze Jahr über Touristenmagnete.

Auf der Straße begegnete uns ein Weihnachtsmann-Konvoi auf Quads.
Gleich um die Ecke ist die berühmte Semperoper, von der man bestimmt schon gehört hat.
Wir sind hier direkt an der Elbe. Deshalb ist die schöne Altstadt bei Elbhochwasser auch akut gefährdet.

Ein Pferdebus wie aus Kaisers Zeiten fuhr an uns vorbei.

Von den Brühlschen Terrassen hat man einen hervorragenden Blick auf die Elbe.
Kein Wunder, dass man hier sehr viele ausländische Sprachen hört. Für Touristen ist es ein Muss.

In Dresden gab es viele Menschen, die von der Königin der Texte Notiz genommen haben und es toll fanden, dass ich dort war, auch wenn ich in privater Mission unterwegs war.

Der romantische Anblick von oben lässt noch nicht ahnen, welches Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche herrschte.
Menschen überall. Die Welt ist in Dresden.

Vor lauter Gedränge fast übersehen: Spitzen und Kerzen.
Die Lage entspannt sich auf dem Platz vor der Frauenkirche.
Es bietet sich an, auf den Weihnachtsmärkten den einen oder anderen Glühwein zu trinken. Dass mein Magen das dann doch nicht so toll fand, merkte ich erst später. Vielleicht fehlte mir die Grundlage.
Auf jeden Fall schmeckt es uns – sieht man ja.

Im Café Prag stand ein hübscher Tannenbaum, und Geschenke gab es auch…

…zu früh? Darf ich erst Heiligabend auspacken? Na gut.

Mit einigen schönen Rückblicken verabschiedeten wir uns wieder aus Dresden, fuhren quer durch das Reich der Bördekönigin, vorbei an Aschersleben, Calbe, sicher nicht weit von Rogätzund anderen Orten, die ich dieses Jahr besucht und lieben gelernt habe. Es ging auch vorbei an Riesa, wo ich den Riesen noch treffen muss – das habe ich mir fürs nächste Jahr vorgenommen. Er hat mir geschrieben, Riesa würde mich ganz herzlich willkommen heißen.
Dresden, ich bin mir sicher: wir kommen wieder.
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