Ein Wochenende in der Lüneburger Heide

Bardowicker Mühle
 
Charlene in der Bardowicker Mühle

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Wo kann man hinfahren, wenn das Wetter schön ist und man nicht im Stau stehen möchte?

Lüneburger Heide

Uns hat es in die Lüneburger Heide verschlagen. Da hatte mir jemand den Tipp gegeben, das Bardowicker Mühlenmuseum sei sehr interessant. Mit dem Wohnmobil ging es über Landstraßen, bei Geesthacht über die Elbe in Richtung Süden. Ab und zu leuchtete ein blühend gelbes Rapsfeld grell in der Sonne. Die Landschaft war grün, und das Wetter so richtig frühlingshaft. Mit dem Wohnmobil fuhr es sich gemütlich und beschaulich durch die Landschaft. Kurz vor Bardowick sahen wir die Flügel einer sich drehenden Windmühle.

Die Windmühle von Bardowick ist eine der ganz wenigen, die heute noch mit Wind betrieben werden – die Flügel zumindest. Gemahlen wird zumeist mit Strom, aber im Innern der Mühle konnten wir jede Menge sich drehende Zahnräder und Gestänge, Übertragungsriemen bewundern und ganz oben das gewaltige hölzerne Zahnrad der Windflügel bestaunen. Alleine diese Mühle hat die ganze Fahrt gelohnt. Im Mühlenladen hätten wir Brot und Kuchen kaufen können. Zu dumm, dass wir uns schon vorher eingedeckt hatten. Gegenüber ist die Bardowicker Wurzelkönigin zu Hause. Leider war sie an diesem Samstag nicht daheim, und so wurde es kein Königinnentreffen. Aber nächstes Mal.

Die Geistermühle

Uns fehlte die richtige Information, wo es in der Nähe besonders schön wäre. Aber die Karte zeigte in Bienenbüttel eine weitere Mühle an. Die Findorfsmühle wählten wir aus und programmierten unseren Navigator. In Bienenbüttel sahen wir jedoch keine Mühle. Das Smartphone musste uns also hinführen. Nach links und dann noch ein paar hundert Meter. Aber was war das? Keine Mühle zu sehen, und wir waren schon dran vorbei! Schließlich zeigte uns das Gerät, dass wir am Zielort angekommen wären. Waren wir blind oder hatte die Technik uns mal wieder an der Nase herumgeführt?

Eine Einwohnerin gab uns schließlich Auskunft. Es habe wohl mal eine Mühle gegeben, aber die sei schon lange durch ein normales Wohnhaus ersetzt worden. Das fanden wir denn nun auch wieder lustig.

Bienenbüttel

In Bienenbüttel gab es einen schönen Platz für unser Wohnmobil für relativ wenig Geld. So stellten wir unser Wägelchen zur Nacht ab und machten uns auf einen kleinen Abendspaziergang. Es gab einen Skulpturenpfad. Das erste Objekt war die Ilmenauwächterin. Die Ilmenau war hier ein Fluss, der für Kanufahrten geeignet ist und teilweise ganz schöne Strömung hatte. Flussabwärts folgen wir dem Pfad. An den Wiesen mit leuchtend gelbem Löwenzahn entlang schlängelte sich der Weg. Einen Pfeiler auf der anderen Uferseite identifizierten wir als eine weitere Skulptur, und dann erreichten wir eine Brücke, vor der eine Frau aus Holz stand. Wir rätselten, ob sie rief oder mit dem Handy telefonierte. Sie war jedenfalls gut erkennbar.

Der Wächter
Eine Weile gingen wir weiter flussabwärts, fanden aber keine Statuen mehr. Zurück beim Wohnmobil-Platz sprach uns der Wärter oder Besitzer des Platzes an. Er hatte ein Kunstdruckheft über den Skulpturenpfad für uns, eine Radwanderkarte, auf der die Findorfsmühle groß eingezeichnet war und noch ein paar Informationen zum Platz und dem Ort Bienenbüttel. Er war sehr nett, und es ist wohl nicht üblich, dass ein Wohnmobil-Platz so gut bewirtschaftet wird.

Gelb, gelb, gelb!
Auf der Rückfahrt wollten wir unbedingt noch Fotos mit Rapsfeldern machen. Aber das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Die Straße war abgezäunt und die goldgelben Felder lagen abseits. Wie konnten wir da hinkommen? Nun, wir fanden einen Weg dahin. "Unser" Rapsfeld lag abseits der Straße, aber ein Feldweg führte hin. Hinter einem kleinen Gehölz führte der Weg direkt am Feld entlang. Die Sonne stand schon etwas tiefer, und die Kamera hatte ihre Schwierigkeiten, trotz Gegenlicht das perfekte Rapsfoto zu schießen.

Stressfrei
Der Rückweg war nicht weit. Anders als bei einem Ausflug an die Ostsee oder Nordsee gab es keinen Stau, und wir konnten gemütlich und ruhig nach Hause fahren.

Rückblick

So ein Wochenende im Wohnmobil war eine schöne Abwechslung. Man kann damit im Prinzip überall übernachten, wo es schön ist. Angenehmer ist es natürlich, wenn man auf einem speziell dafür vorgesehenen Platz stehen kann, wo es Ver- und Entsorgung sowie saubere Toiletten und Duschen gibt. Bienenbüttel kann ich sehr empfehlen. 6€ für 24 Stunden und netter Empfang eingeschlossen. Im Ort haben die Läden sogar sonntags geöffnet. In Hamburg könnte uns das nicht passieren. Die Mühle in Bardowick ist echt sehenswert. Am Mühlentag (Pfingstmontag) ist die Besichtigung und Führung kostenlos. Vielleicht trifft man mich dann da sogar wieder?
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