Die nasse Siegerehrung

Cartracing im strömenden Regen
 
Es schüttet in Strömen, und die fahren trotzdem
Kölleda: ADAC Kölleda | Kölleda liegt im Kreis Sömmerda. Im Juli ist eigentlich der Sömmer da, aber an dem Tag, den wir uns ausgesucht hatten, schien es als wäre der Sömmer nicht da. Anders ausgedrückt, es schüttete wie aus Badewannen und war frisch. Der Himmel sah auch nicht so aus, als würde er mit uns viel Gnade walten lassen.

Nass, nass nass

Entsprechend skeptisch sahen wir der Siegerehrung entgegen, für die das Siegertreppchen im Freien aufgebaut war. Noch fuhren die Cartfahrer verschiedenen Alters schneller oder langsamer über den überschwemmten Parcours. Vor jeder Fahrt wurde die Sichtscheibe des Helms abgewischt. Trotzdem frage ich mich, wie die Fahrer bei dem Wetter ausreichend sehen und fahren konnten. Das Wasser spritzte hoch, und die Reifen rutschten. Etwas gruselig, das Ganze.

Und wieder steigt einer aufs Cart, Helmscheibe wischen und Start. Es geht um Zeit. Mir taten die Fahrer richtig leid.

Mädels waren übrigens auch darunter. Die wollten zeigen, dass auch Frauen das können.

Zur Siegerehrung hörte der Regen kurz auf. Wir hatten gebeten, das Siegertreppchen auf den Asphalt zu stellen. Auf dem Gras hätten wir unsere Kleider bei dem Matsch ruiniert.

Die Pokale standen bereit. Hauptperson war der Wippertus. Er ist Schutzpatron von Kölleda und war derjenige, der uns mit dazu geholt hat, Nadine, die Kindelbrücker Gründelslochfee und mich, die Hamburger Königin der Texte, die gerade bei ihr zu Besuch war. Zu dritt war es für die Fahrer natürlich eine größere Ehre, als wäre nur der Wippertus gekommen.

Die ersten Siegerehrungen konnten wir noch durchführen, dann goss es wieder in Strömen. Wir waren schon ziemlich nass, aber Hoheiten müssen trotzdem lächeln und nett sein. Dann hatten die Leute endlich ein Einsehen mit uns und trugen das 10m-Zelt quer über den Platz, dass die Sieger wenigstens darunter geehrt werden konnten. Vom Trockenen konnte man leider nicht mehr sprechen, und die eine oder andere Urkunde sah leider zerknickt, durchfeuchtet aus oder fiel auch mal auf den nassen Asphalt. Alle Beteiligten bemühten sich, diese nasse Prozedur möglichst schnell über die Bühne zu bringen.

Das Zelt reichte leider nicht für alle. Aber die konnten wenigstens Regenschirme halten, was wir bei der Siegerehrung nicht konnten.
Nun ging es im Eiltempo: ein Pokal, eine Urkunde, einmal Süßigkeiten. Dummerweise hatten die Cartfahrer nasse Hände und auch nur 2 und nicht 3. Wie sollten sie zusätzlich zum Pokal und der Urkunde noch die Süßigkeiten halten? Und dann noch die Hände zur Gratulation schütteln…

Mir tat es leid, dass es alles wie am Fließband ablaufen musste und nicht die nötige Ruhe für die Ehrung gegeben war. Alle waren nass und wollten schnell fertig sein. Dumm gelaufen. Na, vielleicht erscheinen wir ja noch als die nasseste Siegerehrung der Saison in der ADAC Zeitschrift oder in der Tageszeitung.

Wir waren froh, als wir wieder im Auto saßen, die Heizung voll aufgedreht.

Der Wippertus musste wohl oder übel mit dem Fahrrad durch den Regen nach Hause – zum Glück fällt ja der meiste Regen bekanntlich daneben.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.