Großplakat der Bürgerinitiative Windanlagen Ochsenwerder am Landscheideweg

  Heute, am 16. Juli 2011, stellten Mitglieder der Bürgerinitiative Windanlagen Ochsenwerder (BI-W-O) ein zweites 2,4 x 2,2 m großes Plakat am Ochsenwerder Landscheideweg auf, um die Vorbeifahrenden auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Das Plakat zeigt den Größenvergleich der anvisierten Windenergieanlagen mit einer Standardnabenhöhe von 120 m mit der Kirchturmhöhe der Ochsenwerder Kirche von 32 m. Der rote Schriftzug „So nicht“ verdeutlicht, dass die BI-W-O nicht grundsätzlich gegen den Bau von Windenergieanlagen ist, sondern nur die Nähe und Höhe der geplanten Anlagen zur Wohnbebauung in Frage stellt. Das erste Plakat wurde bereits am 25. Juni aufgestellt.

Was bisher geschah:
Bei einer öffentlichen Plandiskussion am 2.11.2010 wurde seitens der Hamburger Verwaltung das Verfahren vorgestellt, mit dem Eignungsgebiete für mögliche Standorte von Windenergieanlagen (WEA) in Hamburg festgelegt werden sollen. Für den Bereich Ochsenwerder sind eine Ausweitung des vorhandenen Eignungsgebietes sowie die Ausweisung einer neuen Fläche vorgesehen. Durch diese Änderungen sind viele Bürgerinnen und Bürger in Ochsenwerder betroffen. Besonders das Vergrößern und Heranrücken der Windkraftanlagen an den besiedelten Ortskern Ochsenwerders wird kritisch gesehen. Hierzu besteht ein einstimmiges Votum des Ochsenwerder Heimatrings und auch der Kirchenvorstand der ev. Kirchengemeinde St. Pankratius lehnt die Erweiterung ab.
Bereits am 16.2.2011 fand ein erstes Treffen von Bürgen statt, die sich durch die von der Freien und Hansestadt Hamburg geplante Änderung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms betroffen fühlen.
Die Gründungsversammlung für die Bürgerinitiative Windanlagen Ochsenwerder (BI-W-O) hat am 17.3.2011 stattgefunden.

Die Bürger in Ochsenwerder sind nicht grundsätzlich gegen Windenergie. Man lebt hier seit Jahren damit. 1991 wurde am Oortkatenweg Hamburgs erste kommerzielle Windenergieanlage mit 34 m Nabenhöhe aufgestellt. Ihr folgten 1997 fünf Windenergieanlagen am Ochsenwerder Landscheideweg mit 70 m Nabenhöhe. Gegen diese sechs bestehenden WEA hat sich in Ochsenwerder nie nennenswerter Protest gebildet. Mit dieser Größe und diesem Abstand kann die Bevölkerung mehrheitlich leben.
Nun sind aber aufgrund eines Repowerings mindestens sieben Anlagen mit einer Nabenhöhe von mindestens 100 m und einem Abstand von teilweise nur 300 m zur Wohnbebauung geplant… Wenn man bedenkt, dass heute bereits 120 m Nabenhöhe Standard sind, muss man kein Prophet sein um sich vorstellen zu können, wie die künftigen WEA tatsächlich aussehen werden. Die Gesamthöhe der geplanten Windenergieanlagen liegt bei mindestens 150 m und ist damit höher als der Hamburger Michel (132 m)!

Sicher – alle Planungen bewegen sich im Bereich geltender Richtlinien, Verordnungen und Gesetze, aber sind die tatsächlich gut und ausreichend?
Durch die Ausweitung der Eignungsgebiete für Windkraftanlagen wird die Entwicklung von Ochsenwerder nachhaltig beeinträchtigt, da zentrale Flächen künftig nicht mehr für eine Wohnbebauung genutzt werden können. Die Attraktivität der Vier- und Marschlande wird nachhaltig verschlechtert.
Während in Hamburg ein Mindestabstand von nur 300 m zu Wohnhäusern eingehalten werden muss, beträgt dieser Mindestabstand in anderen Bundesländern bis zu 1500 m. Warum werden Hamburger Bürger schlechter gestellt als Bürger anderer Bundesländer? Ziel der BI-W-O ist ein verträglicher Abstand der WEA zur Wohnbebauung bei vernünftiger Höhe.
Durch Schattenwurf, Befeuerung, permanenter Unruhe durch Rotordrehung und ständigem Geräuschpegel sowie Infraschall wird nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Anwohner beeinträchtigt sondern auch gesundheitliche Schäden befürchtet. Ist das Politik und Verwaltung egal?
Die Preise für Grund, Boden und Immobilien in Sichtweite von WEA sinken. Viele Bürger Ochsenwerders müssten Wertverluste hinnehmen ohne Entschädigungen zu erhalten. Der Verkauf von Häusern und Grundstücken wäre erheblich erschwert, wenn nicht sogar unmöglich. Einige wenige Personen, wie z.B. die Betreiber, würden hingegen finanziell profitieren. Ist das gerecht?

Die BI-W-O richtet sich gegen die Beeinträchtigungen und Belästigungen, die durch zusätzliche und größere Windenergieanlagen in Ochsenwerder entstehen, die näher an der vorhandenen Wohnbebauung errichtet werden könnten. Daher die Forderung „ Windanlagen nur an Standorten die von allen Betroffenen akzeptiert werden!“. Eine Energiewende kann nur mit den Anwohnern gelingen, nicht gegen sie.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.