Zur Forderung: Ehe für Homosexuelle öffnen (Artikel in der BZ am 30. Juli 2011)

Verehrte Schwule und Lesben -
allen voran Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit,

Nun lasst mal die Kirche im Dorf und überzieht nicht mit Eurer Forderung, Eure Lebenspartnerschaften der traditionellen Ehe gleichzustellen.

Die Ehe besteht aus aus zwei heterogenen Personen, nämlich einer Frau und einem Mann. Wenn sie sich entschlossen haben, "ihre Puppensachen zusammenzuschmeissen"- (alte Berliner Ausdrucksweise) dann wollen sie meist heiraten und eine Familie gründen. Dazu gehören dann auch Kinder - selbst gemacht - versteht sich. Für diese eigenen (selbstgemachen) Kinder wollen sie dann auch die Erziehungspflicht übernehmen. Wer Kinder in die Welt setzt, hat zwar einerseits sehr viele Freuden, muss allerdings andererseits auf manche andere Annehmlichkeiten verzichten.

Nun kommen zwei lebenspartnerschaftlich verbundene Männer oder Frauen und wollen auch eine "Ehe" führen. Wohlan denn, sollen sie doch, aber ist das wirklich eine richtige Ehe?

Wünschen zwei Männer ein Kind, so können sie höchstens ein "von zwei anderen Menschen gezeugtes Kind" adoptieren. Selbst gemacht geht nicht. Ein Frauenpaar hat es zwar etwas leichter. Da kann eine der beiden das Kind noch persönlich selbst austragen, doch eine wichtige Zutat muss sie sich aus einer Samenbank holen. Selbstgemacht sieht anders aus.

Nun bin ich weit davon entfernt, zu bezweifeln, dass zwei Männer oder zwei Frauen nicht auch so ein kleines Lebewesen verantwortungsbewusst und erfolgreich erziehen können. Ich glaube sogar, dass manches gleichgeschlechtliches Paar es besser schafft als ein verheiratetes Ehepaar. Doch bedenkt bitte: Es gibt den feinen Unterschied zu einem selbstgemachten Kind.

Wenn Ihr Schwulen und Lesben offen in einer Zweierbeziehung zusammen leben wollt, dann tut es. In unserem Staat hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass Ihr zu dieser Homobeziehung offen und diskriminierungsfrei stehen könnt.
Dafür habt Ihr einen langen Kampf geführt, doch bedenkt, dass viele Heterogene Euch bei diesem Kampf unterstützt haben.

Wenn Ihr für Eure Lebenspartnerschaft den Segen der Kirche wünscht, weshalb denn nicht? Wenn Ihr Eure Zweisamkeit offiziell mit einem großen Fest begehen wollt, na bitte !

Doch es ist keine Ehe im traditionellen Sinne --- und deshalb, verehrte Schwulen und Lesben, nennt Eure menschliche Bindung auch nicht Ehe.
Nicht-kirchliche Jugendweihen nennt man ja auch nicht Konfirmation oder Kommunion. Also erfindet für Eure Partnerschaft einen anderen Begriff als das traditionsbehaftete Wort "Ehe".

Friedrich der Große hat einmal gesagt, dass in seinem Land jeder nach seiner Facon selig werden kann. Den seinerzeit auf den Glauben bezogene Ausspruch würde er bestimmt heute auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften erweitern.

Darum steht zu Euren Partnerschaften und seid Euch treu - bis dass der Tod Euch scheidet - doch verunglimpft mir nicht das Wort "Ehe".
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