Die Stadt Reinbek braucht dringend ein neues Parlament

Das Wort Politikverdrossenheit in unserem Lande ist sicher nichts Neues. Die Euro-Krise, Projekte wie Stuttgart21, der Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie tragen sicher dazu bei. Doch es sind auch andere Ursachen. Ein wesentlicher Punkt der Politikverdrossenheit ist eine wachsende Entfremdung zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft.
Doch man muss nicht nach Berlin oder Brüssel schauen, sondern ein jeder kann in seiner eigenen Gemeinde das gleiche feststellen: viele Politiker haben sich weit von ihren Bürgen und schließlich Wählern entfernt. Nur unmittelbar vor der Wahl zeigen sich Politiker ihren Bürgern und reden große Worte von Bürgernähe usw., denn schließlich sollten sie ja die Bürger der Stadt vertreten, als sogenannter Stellvertreter. Doch nach der Wahl zeigt sich ein anderes Bild.
Im Mai ist wieder Kommunalwahl. Die Stadtvertreter der Stadt Reinbek und auch anderswo werden neu gewählt. Wer aber etwas über unsere Volksvertreter erfahren will, der nehme sich die Zeit wenigstens nur ein einziges Mal an einer Ausschusssitzung der Stadt Reinbek teilzunehmen. Hier zeigt sich deutlich, wer den Bürgen wirklich vertritt. Ein großer Teil der Anwesenden glänzt nur durch Anwesenheit. Die Mehrheit beteiligt sich nicht an den Diskussionen, so diese überhaupt stattfinden. Nur bei den Abstimmungen wird die Hand gehoben. Sicher kann niemand bei den Laienpolitikern der Stadt Reinbek erwarten, dass jeder der Politiker zu jedem Thema ein Fachmann ist, doch vielfach hat sich gezeigt, dass bei bestimmten Themen, wie z. B. Straßenbau, kaum ein Politiker wusste, wie die Straße aussieht, über die es etwas zu beschließen gilt. Bürgerwünsche, wie beim Ausbau der Straßen Cronsberg und Rosenstraße oder im Ortsteil Neuschönningstedt wurden einfach ignoriert. Der Bürger ist nur lästig. Man ist ja gewählt und kann nun schalten und walten wie man möchte. Und wenn sich Hamburg schon eine teure Elbphilharmonie leistet, dann kann sich Reinbek eben eine Holländerbrücke leisten für fast 2 Mio. €. Eine Brücke, die nicht nur eine teure, sondern auch eine sportliche Herausforderung für jeden Reinbeker ist. Wer nicht gut zu Fuß ist oder kein sehr guter Radfahrer, der hat schon reichlich mit der Steigung zu tun. Für behinderte Menschen oder gar Rollstuhlfahrer ist die Brücke eigentlich gar nicht geeignet. Aber Reinbeks große Parteien haben mit ihrer Mehrheit dieses Projekt einfach durchgewinkt zum Schaden aller Bürger. Haben diese überhaupt eine solche Brücke gewollt? Die Millionen die hier in einem einzigen Projekt verbraten wurden, wären sicher besser für die Schulen in der Stadt benutzt worden. Für junge Menschen, die unsere Zukunft sind. Doch Bürgermeister und viele Politiker unserer Stadt setzen ihre Politik fort. Unnötiger Ausbau von Luxusstraßen, Abholzung wertvoller und schützenswerter Alleen im Stadtgebiet usw. usw….. Alles gegen die Bürger. Das alles geschieht unter dem Denkmantel von angeblichen Notwendigkeiten, dabei hätte es in allen Fällen kostengünstigerere Alternativen gegeben. Doch entsprechende Vorschläge wurde gar nicht erst geprüft.

Sicher kann man es nicht immer allen recht machen. Aber grobe Fehler und Fehlentscheidungen sollten sich doch in Grenzen halten. Für die Stadt Reinbek fehlt ohnehin ein Gesamtentwicklungskonzept, dann könnte besser im Voraus und damit auch sicher kostengünstiger geplant werden, als immer alles aus dem hohlen Bauch und wenn es denn gerade erforderlich ist. Einen ersten Entwurf für ein Stadtentwicklungskonzept gab es wohl einmal, doch der ist wohl in der Schublade verschwunden. Die Mehrheit unserer Politiker denkt nur in klein - klein. Von der Entwicklung des Mittelzentrums ganz zu schweigen. Da ersticken die Politiker an ihren persönlichen Eitelkeiten. Auch in zehn Jahren wird es zu keinem Ergebnis kommen.

Doch wir Wähler sind wieder gefragt. ‚Wir allein entscheiden, wer zukünftig als Vertreter in unserem Stadtparlament sitzt. Unseren Politikern ist diese Wahl sicher lästig, denn wie sagte noch unser ehemaliger Bundesminister Norbert Röttgen so trefflich? „Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler“.
Trotz aller Politikverdrossenheit, jeder sollte von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Nur so können Dinge in der Stadt verändert werden. Es gibt Politiker, die sich für die Bürger einsetzen. Doch sie werden trotz allem Engagement zurzeit immer wieder im Parlament überstimmt. Wir brauchen mehr von diesen engagierten Menschen im zukünftigen Stadtpalament. Des Weiteren sollte es in der Zukunft in der Versammlung keinen Fraktionszwang mehr geben, denn auch in den großen Parteien sind nicht immer alle einer Meinung, dann kämen sicher andere Ergebnisse zustande. Diese Stadt braucht eine Zukunft auch für die kommenden Generationen und nicht nur auf dem Papier.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
100
Klaus Köpke aus Reinbek | 13.03.2013 | 17:38  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.