Haut drauf auf den Piraten Martin Delius --- oder --- Was hat er denn eigentlich Schlimmes gesagt?

Vorweg sei klar gestellt:
Ich bin 76 Jahre alt, war also bei Beendigung des 2. Weltkriegs 10, bin seit 40 Jahren CDU Mitglied, Fan von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble im Bund, in Schleswig-Holstein Fan von Peter Harry Carstensen und Jost de Jager. Unsere freiheitliche Demokratie bedeutet mir viel.

Piraten wählen könnte ich nicht. Dazu ist mir der Haufen zu chaotisch, dazu bin ich selbst zu liberal-konservativ. Doch ich beobachte diese Partei aufmerksam und bin ebenfalls überrascht über die plötzliche Entwicklung.

Nun macht sich der Pirat Delius Gedanken über das rasante Wachstum seines Vereins, und ihm fällt auf, dass es zwischen 1928 und 1933 schon mal einer Partei gelungen war, sich derart zu entwickeln.
Dafür, so glauben hochrangige Etablierte, müsse er jetzt Dresche kriegen.

Eigentlich sollten wir uns doch freuen, dass sich ein junger Mann von gerade mal 28 Jahren mit unserer deutschen Vergangenheit beschäftigt. Delius ist in Halle, also noch zu DDR-Zeiten geboren, seine Eltern waren höchstwahrscheinlich Nachkriegskinder und daher sicher geschichtlich naiv und unbeleckt wie viele andere auch in dieser Generation – übrigens im Osten wie im Westen.

Immer wieder beklagen heutige Schülerinnen und Schüler, dass im Geschichtsunterricht zwar die Gräueltaten der Nazis ausreichend durchgenommen werden, nicht jedoch der Aufstiegsweg, mit dem die NSDAP an die Macht kommen konnte.

So gesehen sollten wir dem jungen Mann doch dankbar sein für seinen Denkansatz, anstatt „beckmesserisch“ mit der großen Moralkeule auf ihn drauf zu hauen.

Ich glaube, dass wir Menschen mit dieser Denke brauchen, wenn es gilt, sich kraftvoll gegen Neonazis zu wehren.
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