Viel Ruß um Nichts? Was bedeutet das Ende des Schornsteinfeger-Monopols für Hausbesitzer?

Der Schornsteinfeger Tim Hartkop über den Dächern von Schwarzenbek. Mit dem Fall des Schornsteinfeger-Monopols im nächsten Jahr wird sich an diesem Bild kaum etwas ändern.
2013 fällt das Schornsteinfeger-Monopol. Hausbesitzer können dann andere Schornsteinfeger für das Messen und Reinigen ihrer Anlagen beauftragen. Im Prinzip. Tatsächlich wird der Konkurrenzkampf unter den Handwerkern gering sein, und eine echte Kostenersparnis ist auch nicht in Sicht.
Bis zum Ende dieses Jahres erhalten alle Hauseigentümer den sogenannten Feuerstättenbescheid von ihrem Bezirksschornsteinfeger, auf dem alle Schornsteinfegerarbeiten aufgelistet sind, die an den Feuerungsanlagen eines Gebäudes, das heißt z.B. an der Gas- oder Ölheizung, oder an Kamin- und Kachelöfen durchgeführt werden müssen. Zudem legt er Fristen für die Ausführung fest. Diesen Bescheid kann der Hausbesitzer einem Schornsteinfeger seiner Wahl vorlegen und ihn mit den erforderlichen Arbeiten beauftragen.
Erster Haken: Der Schornsteinfeger muss in der Handwerksrolle eingetragen sein. Zweiter Haken: Der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister bleibt die Kontrollinstanz. Der andere Schornsteinfeger muss ihm die Dokumentation seiner Arbeiten zusenden. Zudem darf nur der Bezirksschornsteinfegermeister alle 3,5 Jahre die Feuerstättenbescheide ausfüllen und hoheitliche Aufgaben wie Bauabnahmen übernehmen. Ein kompletter Wechsel ist also nicht möglich.
Und was passiert, wenn der Hausbesitzer den Feuerstättenbescheid in die Schublade legt und keinen Wechsel will? „Dann komme ich weiterhin automatisch in meinem Bezirk“, sagt Christian Block. Der Bezirksschornsteinfegermeister ist seit dem 1. April 2012 für den Kehrbezirk Schwarzenbek II zuständig, der auch Dörfer wie Elmenhorst oder Grabau umfasst. Zusammen mit seinem Gesellen Tim Hartkop kümmert sich der 35-Jährige um rund 2800 Gebäude. „95 Prozent meiner Kunden wollen nichts ändern.“ Christian Block sieht den Fall des Monopols ganz unaufgeregt. Bei den neuen Heizungsanlagen kommt er ohnehin nur noch alle drei Jahre ins Haus. „Und auch bei den älteren Heizungen sind die Messintervalle seit 2010 verlängert worden.“ Dennoch geht ihm die Arbeit nicht aus. Der Boom an Kachel- und Kaminöfen bedeutet, dass sein Geselle und er zwei Mal pro Jahr zum Kehren in diese Häuser kommen. Leider heizen zu viele Besitzer mit zu feuchtem Holz oder mit zu stark gedrosselter Sauerstoffzufuhr im Ofen. „An der schwarzen Scheibe und den schwarzen Steinen im Ofen sieht man die falsche Bedienung sofort.“
Christian Block, der in Lauenburg mit zwei Kehr-Kollegen eine Büro-Gemeinschaft betreibt, sieht die Zukunft verstärkt in der Energie- und Bauberatung. Welche Anlagen sind für den jeweiligen Haustyp sinnvoll? Wie sieht eine optimale Nutzung aus? Deshalb hat er sich zusätzlich zum geprüften Energieberater (HWK) ausbilden lassen. „Unser Beruf ist vielseitiger geworden.“
Mehr unter www.schorn steinfeger-lauenburg.de.
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