Der Lauenburger Rufer bekommt eine Stimme

Wann? 01.04.2012 16:00 Uhr

Wo? Ruferplatz, Elbstraße, 21481 Lauenburg Elbe DE
Lauenburg Elbe: Ruferplatz | Viele Touristen und Einwohner fragten sich in der Vergangenheit, was der bekannte Lauenburger Rufer eigentlich ruft. Die Inschrift am Fuße der Skulptur gibt darüber keine hinreichende Auskunft.

„Ein Schiffer, dessen Kahn hier vor Anker liegt und auf Fracht aus dem Stecknitzkanal wartet ruft zu einem vorbeifahrenden Elbschiff hinüber. Einen morgendlichen Gruß?, Einen derben Spaß? Einen wichtigen Hinweis?„

Der Arbeitskreis Altstadt Lauenburg (AAL e.V.) hat Anfang des Jahres die Initiative ergriffen und verschafft dem Rufer eine Stimme. Ähnlich der Schiffsbegrüßungsanlage am Willkommhöft in Wedel an der Elbe werden nun auch in Lauenburg die vorbeifahrenden Schiffe begrüßt.

Die dazu erforderliche Lautsprecheranlage wird hochwassergeschützt in die Ufermauer unterhalb des Rufers eingebaut. Gesteuert und bedient wird die Schiffsbegrüßungsanlage von einem Dachzimmer in einem benachbarten Haus an der Elbstraße mit direktem Blick auf die Elbe. Zur technischen Ausstattung gehört neben der Lautsprecheranlage ein Empfänger für den Elbe-Schiffsfunk und eine direkte Leitung ins Archiv des Elbschifffahrtsmuseums, von wo aus die Informationen zu den vorbeifahrenden Schiffen abgerufen werden. In Zusammenarbeit mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes können die vorbeifahrenden Binnenschiffer auch Verkehrshinweise zur Elbe und den benachbarten Kanälen abrufen.

Durch die Einrichtung dieser Schiffsbegrüßungsanlage wurden in Lauenburg drei neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Anlage wird im Schichtbetrieb von ehemaligen Arbeitslosen bedient, die im Rahmen eines Minijobs von 6 bis 22 Uhr ihren Dienst tun. Finanziert wird die Anlage aus Mitteln der Stadt Lauenburg und aus Spenden, die aus einer neuen gusseisernen Sammelbüchse am Fuße des Rufers kommen.

Die meist unter internationaler Flagge fahrenden Binnenschiffer werden mit ihrer Nationalhymne begrüßt. Die vorbeifahrenden deutschen Binnenschiffer bekommen deutsches Liedgut aus ihrem Bundesland zu hören. Der Begrüßungstext lautet: „Moin, moin, in Lauenburg an der Elbe.“ Schiffe anderer Nationalität werden in der jeweiligen Landessprache begrüßt. Die musikalische Untermalung des Grußes erfolgt aus dem Folklorearchiv der Deutschen Welle.

Von einer werbefinanzierten Ergänzung wie „Wenn Sie mal eine Panne haben, besuchen Sie die Hitzler-Werft“ will man vorerst absehen, solange der Betrieb durch eigene Mittel und Spenden gesichert ist.

Die Eröffnung und Einweihung der Lauenburger Schiffsbegrüßungsanlage findet am Sonntag. 01.04.2012 um 16 Uhr auf dem Ruferplatz statt. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde werden Vertreter der Stadt Lauenburg, des Arbeitskreises Altstadt Lauenburg und der Schifferbrüderschaft Lauenburg durch einen gemeinsamen Knopfdruck das erste Schiff am Rufer begrüßen.

In der Zeit von 16 bis 18 Uhr findet auf der Elbe eine Parade alter und neuer Binnenschiffe statt. Vom kleinen Segel- und Motorboot bis hin zum modernsten Schubschiffverband wird jedes Schiff individuell begrüßt. Die vorbeifahrenden Boote der Wasserschutzpolizei haben zugesagt, den Zuruf über die bordeigene Lautsprecheranlage angemessen zu beantworten.

Die Gemeinde Hohnstorf wird anläßlich der Einweihung des neuen Lauenburger Rufers probeweise einen „Hohnstorfer Hörer“ aufstellen, der am anderen Elbufer das Treiben des Lauenburger Rufers in die angrenzenden Ausflugslokale überträgt. Falls dieser Service bei den Hohnstorfer Touristen ankommt, ist eine dauerhafte Installation der „Hohnstorfer Hörers“ geplant.

Die Bewohner Lauenburgs und die Besucher der Lauenburger Altstadt erwartet ein interessanter Nachmittag. Im Anschluss an die Veranstaltung ist ein geselliger Umtrunk in den benachbarten Gastronomiebetrieben geplant.

Bild: Ingo Jaeger - Lauenburg/Elbe,
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lauenburger...
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