Lauenburger Theater geht in die vierte Spielzeit

Jens Rahn (l.) von der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg konnte Andreas Püst auch für die kommende Spielsaison wieder Unterstützung zusagen. Foto: W. Reichenbächer
Lauenburg Elbe: Osterwold-Halle | „Auf Achse“ mit Andreas Püst

Lauenburg (wre). Andreas Püst geht mit dem Theater Lauenburg bereits in die vierte Spielzeit. Unter dem Motto „Auf Achse“, dreht sich das neue Programm um Reisen und Veränderungen. Ein Thema, dass zu Püst zu passen scheint. Der Volljurist, der mit Schauspielerei seinen Lebensunterhalt bestreitet, ist immer auf der Suche nach neuen Projekten und Aufgaben. Seit kurzem ist das Theater auch für die Heinrich-Osterwold-Halle zuständig. Nach vielen Streitereien zwischen Kulturschaffenden und der Stadt Lauenburg hat Andreas Püst die Verwaltung der Halle übernommen, um nun wieder eine geordnete Struktur bei der Nutzung hineinzubringen.
Theaterleiter Püst selber tritt im Jahr rund 100 Mal als Schauspieler auf verschiedenen Bühnen auf. Während er damit seinen Lebensunterhalt bestreitet, ist das Theater Lauenburg eher aus der Leidenschaft heraus entstanden. Das Theater ist gemeinnützig, und wirft keinen Gewinn ab. Püst ist daher auch immer wieder auf Sponsoren angewiesen, um die Produktionen mit Laiendarstellern und Profischauspielern aufrecht halten zu können. „Ich freue mich, dass wir wieder die Kreissparkasse mit im Boot haben“, sagt Püst, „ohne die Sponsorengelder geht es nicht“. Kreissparkassen-Regionalleiter Jens Rahn unterstützt das Theater gern. „Man spürt die Liebe zum Beruf bei Püst, und es wird immer wieder ein vielfältiges Programm geboten“, erklärt Rahn die Entscheidung, das Theater zu unterstützen. Wie hoch die Sponsorensumme ist, will der Regionalleiter aber nicht verraten.
In der neuen Spielsaison stehen wieder viele Premieren an. Bereits am vergangenen Sonntag wurde der „Herr der Insel“ uraufgeführt. Frei nach den Motiven des Romans „Herr der Fliegen“ inszenierte der Theaterchef das Stück mit dem Theaterjugendclub. Ob es in diesem Jahr weitere Aufführungen des Stückes geben wird, ist noch nicht klar. „Die Halle ist sehr gut ausgebucht, ein zusätzlicher Termin wird schwierig“, sagt Püst.
Am 20. Oktober wird es eine weitere Premiere geben. Das Musical „Titanic“ wird in neuer Inszenierung und mit eigens dafür komponierter Musik aufgeführt. Weitere Aufführungen sind für den 4. und 23. November geplant.
Im Dezember wird es wieder ein Weihnachtsmärchen geben. Das Weihnachts-Musical „Die Schneekönigin“ soll Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern. Öffentliche Aufführungen wird es am 2. und 26. Dezember geben. Weitere Vorführungen sind für Schulklassen und Gruppen geplant.
Erstmalig wird es auch möglich sein, mit dem Theater Lauenburg in das neue Jahr zu feiern. Am Silvesterabend wird die Boulevard-Komödie „Nicht ohne meinen Doktor“ unter der Regie von Saskia Leder aus Düsseldorf aufgeführt. Das Stück orientiert sich an der Vorlage „Der eingebildete Kranke“ von Molière. Danach soll es dann ein großes Buffet geben. „Es ist aber auch möglich, nur das Theaterstück zu sehen, und dann zum Beispiel zu Hause in das neue Jahr zu feiern“, verspricht Püst.
Weitere Stücke sind für das nächste Jahr ebenfalls bereits in Planung. So soll es im Sommer wieder eine Open-Air Veranstaltung geben. Das Stück „Der Sommernachtstraum“ ist für den Juni geplant, und soll dann im Fürstengarten aufgeführt werden. Auch die Stadtführungen durch Lauenburg mit Schauspielern will Püst in den Sommermonaten weiter anbieten.
Besonders freut sich Andreas Püst aber auch darüber, dass die Hallenorganisation nun in seinen Händen liegt. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Terminen, und beschädigten Bühnendekorationen. Die Kulturschaffenden hatten sich zusammengetan, und dafür geworben, dass künftig nicht mehr die Stadt zuständig ist, sondern die Organisation beim Theater Lauenburg liegen solle. „Der Mehraufwand durch die Kalenderführung der mir entsteht, ist durch eine bessere Organisation wieder ausgeglichen“, sagt Püst. Nun müssten nicht immer Bühnenbilder ständig auf- und wieder abgebaut werden. Zunächst läuft der Vertrag zwischen Lauenburg und Püst 5 Jahre. „Er kann aber von der Stadt bereits nach einem Jahr gekündigt werden, wenn man unzufrieden mit meiner Arbeit ist“, erklärt Püst. Nach einem weiteren Jahr ist eine Kündigung möglich, wenn die Betriebskosten, die von der Stadt getragen werden, zu hoch sind. Es wird auch weiterhin für Kulturschaffende aus Lauenburg möglich sein, die Halle kostenlos zu nutzen. Die dadurch entstehenden Kosten sollen durch das Bistro wieder ausgeglichen werden, welches nun nur noch vom Theater geführt wird.
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