Anfangs regenreicher Sommer lässt den Waldmeister ordentlich sprießen

 
Ida Krüger (5) kennt den Waldmeister genau. „Ganz viel wächst davon in unserem Wald“, sagt sie.
Ich bin Echo-Reporterin Monika Retzlaff. Mein vierjähriger Polnischer Niederungs-Hütehund Barney, braucht täglich mindestens zwei Stunden Auslauf. In „seinem“ Territorium, dem Rülauer Wald in Schwarzenbek, kennen wir schon fast jeden Baum und Strauch. Deswegen gehen wir jetzt zusammen auf Entdeckungsreise durch den Kreis Herzogtum Lauenburg, denn eines haben wir gemeinsam: Wir stecken unsere Nase gern in alles, was uns interessant vorkommt, gehen gern auf Menschen zu und wollen sie kennen lernen.

Das "bellende Schaf"

Seitdem Barney geschoren ist und seine kurze Sommerfrisur hat, beginnt so manche Begegnung auf der Straße mit einem „netten“ Spruch: “Der sieht ja aus wie ein Schaf!“ So gehe ich mit meinem bellenden „Schaf“ durch die Landschaft. Später sollte sich allerdings noch zeigen, dass Barney sich tatsächlich manchmal wie ein Schaf verhält.
Wir wandern in aller Herrgottsfrühe in Schwarzenbek die Waldstraße entlang, auf dem Knotenstieg und durch die Tegelkuhl, entlang der Schützenallee und dann zum Sachsenwaldring. Dort treffen wir morgens um acht die „Eichhörnchen“, die Kinder der Waldgruppe. Sie gehört zur Kita „Sankt Elisabeth“ der evangelischen Kirchengemeinde. Die 15 Kinder sind den ganzen Vormittag im Wald. Dort, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen und es weder Computer, noch schicke Spielplätze gibt, toben und spielen sie stundenlang. Die Erzieherinnen Wiebke Ruhland und Sandra Ozols betreuen die Gruppe seit 13 Jahren. „Der Wald ist jeden Tag anders, es gibt immer etwas Neues zu entdecken“, sagte Wiebke Ruhland.

Barney frisst Waldmeister

In diesem Jahr ist allen aufgefallen, dass es viel mehr Waldmeister gibt als in den Vorjahren. „Vor fünf Jahren mussten wir danach noch suchen, jetzt wächst er in Massen. Kinder, zeigt mal, wo der Waldmeister ist“, ruft die Erzieherin. Die Kinder laufen los, denn sie kennen die besten Plätze. Nachdem wir nicht einmal ein hundert Meter gelaufen sind, entdecken wir die erste „Waldmeister-Wiese“. Wohin das Auge reicht wachsen die vierkantigen Stängel, die lanzettförmige in Quirlen angeordnete Blätter tragen. Ein paar Stängel rupfe ich ab, um daran zu schnuppern. Und was macht Barney? Er will mir „helfen“, rupft den Waldmeister mit dem Maul, legt sich auf den weichen Waldboden und frisst genüsslich das grüne Kraut. Die Kinder lachen und amüsieren sich. Mein Hund ist wohl doch manchmal ein Schaf und weidet! Aber was für den Menschen gut ist, kann ihm doch auch nicht schaden.

Das Kraut muntert auf

Der Waldmeister eignet sich vor der Blüte für die berühmte Maibowle. „Sobald er blüht, kann man einen Tee machen“, erzählt Wiebke Ruhland. Dafür lässt man die Pflanze trocknen, denn erst dann entfaltet sie ihren Duft. Davon nimmt man zwei Teelöffel pro Tasse, gießt das Ganze mit kaltem Wasser auf und lässt den Ansatz acht Stunden ziehen. Danach erwärmt man den Tee und kann ihn trinken. Der Aufwand lohnt sich, denn er soll kräftigend und beruhigend wirken. „Es gibt noch viel mehr Pflanzen, die wir ohne großen Aufwand nutzen können“, sagte Wiebke Ruhland. So passen die Blätter der Knoblauchrauke und Gundelrebe in jeden Salat. Für ein Blumensträußchen auf dem Tisch eignen sich der Storchenschnabel und die Weiße Sternmiere. Als es zu regnen beginnt, verlassen wir die „Eichhörnchen“. Sie aber setzen ihre Kapuzen auf und stapfen gut gelaunt durch die Pfützen.

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