Bestrickte Poller an der Lauenburger Straße

Einzelhändler starten Strick-Aktion: Geringelt mit Hütchen oder geschmückt mit Riesensocke - so sollen die Poller an der Lauenburger Straße künftig aussehen.
Schwarzenbek. „Auf die Poller, fertig los. Wir machen ein Stück Schwarzenbek hübsch“- ist das Motto für eine neue Aktion der „aktiven Einzelhändler“ der Wirtschaftlichen Vereinigung Schwarzenbek. Sie rufen auf, die mehr als 80 Poller an der Lauenburger Straße im Stadtzentrum mit selbst gestrickten „Kleidern“ aus bunter Wolle zu verschönern.
„Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagte der Sprecher der Gruppe Uwe Krützmann. Als die Schwarzenbekerin Sylvia Dieckhoff, die Landesvorsitzende des DHB- Netzwerks Haushalts, sowie Doris Baumbach, Vorsitzende des Netzwerks in Schwarzenbek davon hörten, waren sie sofort begeistert. Auch Bewohnerinnen der Seniorenresidenz St. Franziskus an der Berliner Straße wollen mitmachen. Die ersten drei Poller-Kleider haben die Mitglieder des DHB Netzwerk Haushalt schon fertig gestellt. Eines ist in den Schwarzenbeker Farben Gelb und Schwarz geringelt, ein anderes ist bunt und das dritte hat die Gestalt einer Riesensocke.
Ganz ohne Diskussion und Widerstand kam das Projekt aber nicht auf die Beine. „Es gab erheblichen Diskussionsbedarf in der Gruppe der aktiven Einzelhändler“, sagte Krützmann. Kritiker befürchten, dass die Stadt in eine „Klorollen-Mentalität“ verfällt, sagte der Inhaber eines Schuhgeschäftes. Bei einer Abstimmung entschieden sich aber 80 Prozent für die Aktion. Ob es nun spießig, kleinkariert oder nicht „spacig“ genug ist – sei ein „Pollerüberzieher“ ist auch schnell wieder abnehmbar und keine Tätowierung für’s Leben, meinen die Befürworter und beauftragten den Vermessungsingenieur Agnar Boysen mit der Aufnahme der genauen Maße der Objekte, um den Strickern die Arbeit zu erleichtern. Die Poller sind demnach 65 Zentimeter hoch und haben unten einen Umfang von etwa 47 Zentimetern. Sie werden nach oben schmaler und haben in einer Höhe von 57,5 Zentimetern einen Umfang von etwa 30 Zentimetern.
Neu ist die Idee, öffentliche Gegenstände, Bäume oder gar Gebäude zu umgarnen nicht. Eine ähnliche Aktion gab es auch in Glinde. Als Erfinderin gilt jedoch eine Texanerin. Sie begann 2005, mit ein paar Freundinnen Strickereien über Parkuhren, Straßenschilder und Pfosten zu stülpen. Sie wollte damit dem Großstadtgrau und der Betonwelt ein paar Farbtupfer verleihen, gegen die Betonwelt anstricken. Mittlerweile ist die Verschönerung mit Wolle in vielen Städten der USA, Großbritannien, Frankreich und Schweden zu sehen. Die so genannten Guerilla-Stricker umgarnen Telefonhäuschen, Bäume, Wasserleitungen und Statuen. Die Strickerei wird oft als Form der politischen Äußerung und der Protestes eingesetzt, zum Beispiel am Bauzaun des Hauptbahnhofes in Stuttgart, der abgerissen wird.
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