Frühlingserwachen in der Wald-Kita

Solveigh (l.) und Coralie nutzen Äste als Trampolin.
Coralie und Solveigh nutzen einen umgefallenen Baum, um auf den elastischen Ästen Trampolin zu springen und jauchzen vor Freude. Eine Gruppe anderer Kinder hat sich auf einem Erdwall niedergelassen und singt Frühlingslieder. Zuvor haben alle gemeinsam auf einer Lichtung auf dem weichen Laub ihr Frühstück eingenommen. Der Wald ist ihr Spielplatz und die Stöcke regen ihre Fantasie an: Seit mittlerweile 13 Jahren tummeln sich die 15 „Eichhörnchen“ im Alter von drei bis sechs Jahren in einem 25 Hektar großen Waldstück nördlich des Sachsenwaldrings. Die Gruppe gehört zur Kita St. Elisabeth am Verbrüderungsring im Stadtteil Nordost.
Und jetzt ist die Freude besonders groß: Denn nach einem extrem langen und kalten Winter ist endlich Frühling. Die ersten Blumen sprießen, zartes Grün ist an den Baumspitzen zu sehen und endlich können die Kleinen wieder unter freiem Himmel frühstücken.
„Wir merken den herannahenden Frühling schon immer am zunehmenden Bewegungsdrang der Kinder. Sie wollen endlich raus aus dem Container. Einige waren aber auch traurig, dass der Winter vorbei ist. Wir waren in diesem Jahr sehr of rodeln und im Schnee spielen“, erzählt Erzieherin Wiebke Rohland, die die Kinder zusammen mit Sandra Ozols betreut.
Sie haben alle ihre Lieblingsplätze, müssen aber immer in Sicht- und Hörweite der beiden Erzieherinnen bleiben. Solveigh (6) und Coralie (5) sind auf jeden Fall froh, dass sie endlich wieder ohne Schneeanzug zwischen den Zweigen herumtollen können.
Denn im Winter verbringen die Kinder die ersten zwei Stunden mit Basteln und Frühstück im Container am Sachsenwaldring. „Im Sommer sind wir von 8 bis 12 Uhr immer draußen. Nur bei Sturm und Gewitter bleiben die Kinder im Container.
Der Wetterschutz der „Eichhörnchen“ wurde übrigens im Sommer 2010 sehr aufwendig von Künstlern mit Motiven der „Raupe Nimmersatt“ gestaltet. Davor hatten immer wieder Graffiti-Sprayer die Wände des Containers mit ihren Signaturen (Tags) besprüht. Das hat die Kirchengemeinde als Träger der Kita St. Elisabeth alle zwei Jahre etwa 5000 Euro für das Entfernen der Schmierereien gekostet. Die gleiche Summe wurde für die professionellen Künstler fällig. Allerdings konnte die Kirchengemeinde auf Spenden und einen Zuschuss aus der Aktivregion Sachsenwald-Elbe in Höhe von knapp 2000 Euro zurückgreifen.
Dennoch ist die freie Natur den Kleinen viel lieber. Und Probleme hat es in den 13 Jahren Waldkindergarten nie gegeben. „Das Schlimmste, was uns je passiert ist, war, dass ein Schäferhund an unseren Bollerwagen gepinkelt hat“, erzählt Wiebke Rohland schmunzelnd.
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