Piep-Show im Garten

  Ich bin Echo-Reporterin Monika Retzlaff. Mein vierjähriger Polnischer Niederungs-Hütehund Barney, braucht täglich mindestens zwei Stunden Auslauf. In „seinem“ Territorium, dem Rülauer Wald in Schwarzenbek, kennen wir schon fast jeden Baum und Strauch. Deswegen gehen wir jetzt zusammen auf Entdeckungsreise durch den Kreis Herzogtum Lauenburg, denn eines haben wir gemeinsam: Wir stecken unsere Nase gern in alles, was uns interessant vorkommt, gehen gern auf Menschen zu und wollen sie kennen lernen.
Dieses Mal haben wir eine Stadt-Wanderung im Schwarzenbeker Wohngebiet Mühlenkamp gemacht. Hier gibt es am Rande der Siedlung neben schönen Grünanlagen auch tolle Spielplätze, die wir aber links liegen lassen, auch wenn es Barney noch so reizt, mit den Kindern Ball zu spielen oder sie beim Schaukeln anzubellen. Ein Hund hat hier nichts zu suchen. Deshalb laufen wir weiter ins Wohngebiet hinein, dort wo die Straßen nach Blumen benannt sind. Im Veilchenweg blühen keine Veilchen und im Anemonenweg kennt man Anemonen wohl nur aus Büchern. Im Löwenzahnweg ist an Löwenzahn auch nicht zu denken. Das Unkraut wird säuberlich aus den Fugen gekratzt. Vielleicht hätte man hier eine Straße „Verpiss-Dich-Straße“ nennen sollen, denn das Kraut, das landläufig so genannt wird, wurde hier recht häufig ein- gesetzt. Diese Pflanzenzüchtung ist nicht besonders attraktiv, soll aber Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Säugetiere schon in bis zu fünf Metern Entfernung abschrecken. Die Nesseln der „Verpiss-Dich"-Pflanze, auch „Katzenschreck“ und „Hundeschreck“ genannt, enthalten ätherische Öle, wie Menthol. Der strenge Geruch ist für Menschen nur dicht an der Pflanze wahrnehmbar, während er für Tiere mit empfindlichen Geruchsorganen abschreckend wirken soll. Ein Glück, dass bei Barney derlei Kraut keine Wirkung hat, sonst wären wir womöglich nicht mehr weiter gegangen und hätten garantiert eine „Piep-Show“ verpasst. Barney macht das nämlich so: Wenn etwas gut, interessant oder schrecklich riecht, wird das Bein gehoben und drauf gepinkelt. Dann riecht es anders.

Katzenkino im Margeritenweg

Im Margeritenweg, wo natürlich auch keine Margeriten sind, stoppen wir unsere Wanderung, denn hier hängt an einer Gartenlaube in zwei Metern Höhe ein knallgelber Nistkasten mit der Aufschrift „Katzenkino“. Aus dem Inneren zwitschert es laut. Katzen hätten ihre helle Freude an dem „Kino“. „Hier hat ein Kohlmeisenpärchen gebrütet“, erzählt mir die Hausbesitzerin Christine Gustmann. Ihr Mann Heiko hatte den Nistkasten im Februar gebaut und angebracht. „Seitdem ist bei uns jeden Morgen `Piepmatz-TV´“, sagte sie. „Ja, Sie hören richtig, wir konnten sehen, wie das Nest gebaut wird, die Kohlmeise die Eier legte, die Küken schlüpfen und nun gefüttert werden.“

Meisen-TV zum Frühstück

Der Nistkasten ist nämlich nicht bloß ein Holzkasten, sondern so eine Art „Big Brother“ für Vögel – mit Webcam. Nun sitzen die Gutsmanns, zu der auch Töchterchen Hannah gehört, am Morgen am Tisch, pellen ihr Frühstücksei und guckten wie aus den Kohlmeiseneiern kleine Küken schlüpften. Alles kann dank der Videokamera genau festgehalten werden. Am 13. Mai begann das Eierlegen. Die Kohlmeisenmutter legte innerhalb von drei Tagen 9 Eier. Inzwischen sind daraus schon kräftige Küken geworden, die allerdings unentwegt nach Nahrung schreien. „Die Meisen fliegen ganz viel umher und suchen was zum Fressen“, erzählt die fünfjährige Hannah. Fast im Minutentakt steuern sie mit ihrer Beute den Nistkasten an und werfen Würmer und Insekten in die weit aufgerissenen Schnäbel. „Wir sind gespannt, wann die Jungen herauskommen und fliegen wollen“, freut sich Christine Gustmann. Wir machen nach dem Besuch im Margeritenweg auch einen Abflug. Schön wär´s, wenn man Flügel hätte. Meinem Hund, der an der Straße warten musste, hängt die Zunge wegen der Wärme fast bis auf den Asphalt. Er würde jetzt auch lieber faul im Nest liegen und auf Nahrung warten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.