Rasantes Rennen auf knatternden Krankenfahrstühlen

Kasseburg. Die Motoren knatterten und der Schlamm spritzte beim Simson Duo Cup auf dem Gelände der Heuherberge „Hoppelino“. Elf Fahrer aus verschiedenen Clubs Deutschlands rasten mit umgebauten Krankenfahrstühlen aus DDR-Produktion beim wohl witzigsten Motorrennen Norddeutschlands um die Kurven und hoppelten über die stoppelige Graspiste.
Die aufgemotzten Vehikel, deren Ursprungsmodell in der DDR nur wenigen Schwerbehinderten vorbehalten war, erregten bei den zahlreichen Zuschauern Aufsehen. Sie fachsimpelten mit den Duo-Besitzern und bestaunten die betagten Maschinen. Für die Rennmaschinen
gelten besondere Bestimmungen. So dürfen nur 50-Kubikzentimeter-Simson-2-Kanal-Zylinder verwendet werden, die bis 1989 hergestellt wurden. Auch für alles andere haben sich die Rennsportler strenge Regeln gesetzt. Ein TÜV-Mitarbeiter nahm die Maschinen vor dem Rennen ab. Für Nicole Dembski aus Bonn kam deshalb das Aus schon vor dem Rennen. Sie war mit einer geliehenen Maschine angereist, deren Zylinder zu groß war. So fiel das Renn-Debüt der Kraftfahrzeug-Mechatronikerin aus. „Ich durfte aber am Looser-Rennen teilnehmen und kam auf den dritten Platz. Es hat großen Spaß gemacht. Ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr mit einer vorschriftsmäßigen Maschine wiederkommen“, sagte die 29-Jährige. Sie fährt auch privat auf der Straße ein Simson-Duo. „Es ist praktisch für’s Einkaufen und man kann jemanden mitnehmen. Jeder dreht sich nach mir um“, sagte sie.
Nach den Vorläufen, dem Hoffnungs- und Looserlauf,
Viertel-und Halbfinale startete am späten Nachmittag das Finale mit sieben Fahrern. Wolfgang Tijssen aus Reinbek, der Organisator des Rennens schied mit Motorschaden auf der Hälfte der Distanz aus. Sieger wurde Pjörn Baasch vom SAC Simson Airport Club aus Hamburg. Er stieg völlig schlammverschmiert von seiner Simson und nahm die glänzende Trophäe entgegen.


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