Kunst, Natur und Kürbissuppe

Das Amtsrichterhaus in Schwarzenbek: Am Wochenende kommt mit dem Kunsthandwerkermarkt wieder Leben in das Gebäude.
 
Bild: Peter Behrendt, Hans-Jürgen Rumpf, Christa Seibt, Sabine Reese-Piper und Marianne Prätorius (v.li) laden zum 17.Kunsthandwerkermarkt ins Amtsrichterhaus ein.
Schwarzenbek (rz). Sabine Reese-Piper war fünf Jahre alt, als sie das erste Mal an die Nähmaschine der Mutter durfte. Das Nähen wurde ihr Hobby und heute fertigt die studierte Germanistin als Kunsthandwerkerin Taschen aus Stoff. Die Utensilien, die als Einkaufstasche oder Aufbewahrung für allerlei Kleinigkeiten dienen, fallen durch die aufwändigen Applikationen und die präzise Verarbeitung auf. Die Täschchen sind mit Schaumstoff unterlegt und außerdem gefüttert. Die Verzierungen sind nicht grob, sondern filigran und farblich harmonisch.
Wer die Arbeiten der 56-jährigen Schwarzenbekerin kaufen möchte, hat dazu beim Kunsthandwerkermarkt am Sonnabend, 3., und Sonntag, 4. November, die Gelegenheit. Hans-Jürgen Rumpf lädt zum 17. Kunsthandwerkermarkt in das Amtsrichterhaus ein.
Dort zeigt dann auch die gelernte Keramikerin Marianne Prätorius ihre Gefäße, die sie in der Raku-Technik herstellt. Es ist eine spezielle und schwierige Brenntechnik, der sich die Kunsthandwerkerin aus Schiphorst verschrieben hat. Das Raku-Brennen entstand vor Jahrhunderten in Japan (jap.raku: Freude). Das glasierte oder unglasierte Gefäß wird dabei nicht wie üblich im Ofen gebrannt, wo es dann langsam auskühlt. „Beim Raku wird der Scherben im Freien gebrannt“, erläutert Marianne Prätorius. Die rot glühenden Gefäße werden mit einer Zange aus dem Ofen genommen und kommen dann in einen Behälter mit organischem Brennstoff wie Heu, Sägespäne oder Laub. Dort werden sie luftdicht eingebettet. Der entstehende Kohlenstoffrauch und Mineralien, die im organischen Brennstoff sind, wirken auf den Ton und die Glasur. Die Farbe verändert sich, Kohlenstoff dringt in die Haarrisse der Glasur ein, Blatt- oder Grasabdrücke verewigen sich. „Den Vorgang kann man nur bedingt steuern. Es entsteht immer ein Unikat“, schwärmt Marianne Prätorius.
Wer dieses Kunsthandwerk selbst einmal ausprobieren oder Gefäße erwerben möchte, hat dazu beim Kunsthandwerkermarkt im Amtsrichterhaus Gelegenheit. Die Raku-Brenntechnik können die Besucher im Freien probieren und selbst eine Fliese fertigen.
Insgesamt präsentieren sich in dem Fachwerkhaus am Körnerplatz und im dazu gehörigen Justizgarten mehr als 30 Kunsthandwerker. Jens Müller und Sören Binger schmieden mit Kindern Objekte aus Eisen und Kupfer für den Garten. Janice Luther verkauft handbemaltes Porzellan und Dieter Hafner stellt seine bunten Vogelhäuser vor. Fröhlich und bunt sind die Taschen aus Stoff, die Sabine Reese-Piper aus Schwarzenbek anfertigt und mit aufwändigen Applikationen verziert. Kalender mit liebevollen Fotos seiner Katzen Riesling, der sich immer in den Weinranken versteckt, sowie Mäcki, Hilde, Marie und Tüpfelchen bietet der Fotograf Peter Behrendt an. Christa Seibt aus Basthorst präsentiert Mützen und Hüte aus Filz sowie Ketten aus wertvollen, alten Perlen, die sie seit Jahrzehnten sammelt. Außerdem gibt handgemachte Seifen, Schmuck aus Papier, Gestecke aus Trockenblumen, Teddys, Kleidung für Kinder, Damenmode, Fußabtreter aus Seemannsknoten und vieles mehr. Außerdem ist das Galerie-Café im Dachgeschoss geöffnet. Im Garten können die Besucher Kürbissuppe und Apfelpunsch genießen. Der Kunsthandwerkermarkt ist am Sonnabend, 3. November, von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag, 4. November, von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Bild: Peter Behrendt, Hans-Jürgen Rumpf, Christa Seibt, Sabine Reese-Piper und Marianne Prätorius (v.li) laden zum 17.Kunsthandwerkermarkt ins Amtsrichterhaus ein.
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