Markus Tiedemann: Von Fach- bis zur Unterhaltungsliteratur

Markus Tiedemann (Foto: privat)
 
„Maya und die Kunst der Weltenwanderer“ – erster Teil der Maya-Trilogie

Interview Markus Tiedemann
Realschule Schwarzenbek von 1984 bis 1987

Herr Tiedemann, schreiben Sie viele Bücher?
Das kommt darauf an, welche Art von Büchern gemeint ist. Als Wissenschaftler wird von einem erwartet, dass man Fachaufsätze und Bücher veröffentlicht. „Die Wanderheiler. Maya und die Kunst der alten Heilerin“ ist mein zweiter Jugendroman.

Worum geht es in diesem Buch?
Die vierzehnjährige Maya erfährt, dass sie die Gabe der Weltenwanderer besitzt. Diese können nicht nur Krankheiten heilen, sondern auch in die Vergangenheit reisen, um Unrecht ungeschehen zu machen. Allerdings ist dies stets eine Aufgabe auf Leben und Tod. Mayas erste Wanderung führt sie in das Zeitalter der Hexenverfolgung. Dort geht es dann ziemlich finster und grausam zu.

Und wie geht es weiter?
Das verrate ich nicht. Na ja, vielleicht so viel: Maya überlebt. Schließlich wird es insgesamt drei Mayabücher geben.

Von wann bis wann besuchten Sie die damalige Realschule in Schwarzenbek?
Ich bin von 1984-1987 auf diese Schule gegangen. Davor war ich auf dem Gymnasium. Allerdings waren meine Leistungen dort ebenso schlecht wie mein Benehmen. Man meinte daher, dass die Realschule der bessere Ort für mich sei.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit auf unserer Schule?
Nun ja, da kommen sehr verschiedene Gefühle und Erinnerungen zusammen. Ehrlich gesagt, habe ich die Schule gehasst. Ich kann mich nur an einen Sportlehrer erinnern, der einen echten Draht zu uns Jungen aufbauen konnte. Das Selbstverständnis der meisten anderen Lehrer wäre heute gar nicht mehr vorstellbar. Es gab Regeln, die so unsinnig waren, dass man gar nicht anders konnte, als sich gegen sie aufzulehnen. Zudem wurde uns immer wieder vorgebetet, dass eine Lehre als Bankkaufmann das höchste Glück für jeden Realschüler sei: was für ein spießiger Blödsinn!

Sie sind aber kein Bankkaufmann geworden?
Nein, wollte ich auch nie. Postbote in Kanada, Schauspieler oder Entwicklungshelfer, all dies kam in Frage. Ich bin dann auf das Aufbaugymnasium nach Bergedorf gegangen. Eine gute Entscheidung, obwohl mein Realschulabschluss nicht gerade überragend war. Auf der neuen Schule hatte ich plötzlich Freude am Lernen, am Verstehen, an der Auseinandersetzung. Ich habe sogar ein richtig gutes Abitur gemacht. Vor allem aber habe ich die Philosophie für mich entdeckt.

Und dann?
Dann kam der Zivildienst – eine großartige Erfahrung –, mehrere Rucksackreisen z.B. nach Zentral-Afrika und das Lehramtsstudium mit Geschichte und Philosophie.

Wo waren Sie Lehrer?
Ich habe dreizehn Jahre lang als Lehrer in Bergedorf und in Lohbrügge gearbeitet.

Warum sind Sie kein Lehrer mehr?
Einige Fragen der Philosophie haben mich so sehr interessiert, dass ich wissenschaftliche Arbeiten darüber geschrieben habe. Auf dieser Grundlage kann man zum Professor ernannt werden. Meine erste Professur hatte ich in Mainz, dann bin ich nach Berlin gegangen. Natürlich hat so eine Tätigkeit viele Vorteile. Allerdings vermisse ich das Lehrerdasein. Ich habe einen Vertrag mit der Hamburger Schulbehörde. Dieser besagt, dass ich jederzeit zurückkommen kann. Vielleicht werde ich das auch in ein paar Jahren tun.

Welche Hobbys haben Sie?
Ich reise sehr gern. Zudem trainiere ich seit fast 30 Jahren Karate.

Und das Schreiben?
Ich habe schon während des Studiums mit dem Schreiben angefangen und hatte das große Glück, schnell einen Verlag zu finden.

Woran arbeiten Sie zurzeit?
Ich habe gerade ein philosophisches Fachbuch über Liebe, Freundschaft und Sexualität abgeschlossen. Es erscheint im kommenden Jahr. Mit einem weiteren Verlag bin ich im Gespräch über ein Buch zum Thema Religionskritik. Ich beschäftige mich sehr viel mit diesem Thema und stehe dem wachsenden Einfluss der Religionen sehr skeptisch gegenüber. Religiöser Fanatismus spielt auch in den Maya-Büchern eine große Rolle. Hoffentlich werde ich bis Ostern mit dem zweiten Band fertig.

Würden Sie auch etwas an unserer Schule anbieten?
Klar. Ich gebe viele Fortbildungen für Lehrer. Noch lieber arbeite ich mit Jugendlichen. Vorlesungen sind ebenso möglich wie Diskussionen über ethische Fragen oder Rechtsextremismus.

Weitere Infos über Markus Tiedemann :
http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/ethik/mitarbei... – und Wikipedia!
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