Dieser Kühlraum lindert die Not

Inge Steffen (65) und Klaus Grünberg (74) öffneten die Tür zum Kühlraum der Tafel. Viel Joghurt, aber kaum Wurst und Käse befinden sich darin.
Schwarzenbek (rz) Wer einen begehbaren Kühlschrank hat, ist vermutlich reich. Der Kühlraum in den Räumen des Güterbahnhofes dient allerdings Armen, denn er gehört der Schwarzenbeker Tafel e.V. Die schwere, dicke Tür wird mit einem Hebel geöffnet. Dahinter stehen rechts hoch aufgetürmt Paletten mit Fruchtjoghurt und links ist ein großes Regal, das aber fast leer ist. Nur ein paar kleine Kartons mit Fleisch- und Eiersalat sowie Wurst und Käse stehen darauf. Bei 3 Grad Celsius werden die Lebensmittel in dem fünf Quadratmeter großen Raum frisch gehalten.
Abgepackter Käse und Wurst sind bei der Tafel eine Rarität. „Davon bekommen wir von den Supermärkten, die uns gern unterstützen, nur sehr wenig“, sagte der Vorsitzende der Tafel Klaus Grünberg. Das hängt damit zusammen, dass die Märkte bedarfsgerecht einkaufen und nur wenig übrig bleibt. Sieben Supermärkte, zwei Tankstellen, ein Süßwarenladen und ein Unternehmen spenden regelmäßig Lebensmittel für die Tafel. In einigen Geschäften stehen außerdem Spardosen für die Einrichtung.
Joghurt ist im Kühlraum reichlich vorhanden. Einige Paletten davon holt Inge Steffen (65), ehrenamtliche Mitarbeiterin der Tafel, aus dem Kühlraum und trägt sie in den Laden. In einer Stunde beginnt der Verkauf. Draußen auf der Bank wartet schon ein Mann auf den Beginn der Öffnungszeit. „Wer zuerst kommt mahlt zuerst“, sagte er. Wie alle anderen 70 bis einhundert Kunden, die an jedem Ausgabetag in den Güterbahnhof kommen, erhält er die Ware zugeteilt. Jeder bekommt entweder eine Packung Käse oder eine Packung Wurst, dazu Brot, Gemüse, Obst und Nudeln. „Es soll ja für alle reichen“, sagte Inge Steffen. Die Rentnerin arbeitet seit der Gründung der Tafel im Jahr 2004 mit. Insgesamt hat die Tafel 28 Helfer. „Ich wollte nicht zu Hause sitzen und nichts tun. Dann hörte ich von der Gründung der Tafel und nun bin ich seit der ersten Ausgabe von Lebensmitteln dabei“, erzählt sie. „In der Adventszeit kommen mehr als einhundert Kunden zu uns. Von der Armut sind aber viel mehr betroffen, denn zu ihnen gehören ja auch Ehepartner und Kinder“, sagte Klaus Grünberg. Damit sie über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel kommen, startete die Tafel Anfang Dezember die Aktion „Eins mehr“ und bat am Edeka-Markt im Lupuspark die Kunden, haltbare Lebensmittel zu kaufen und diese für die Tafel zu spenden. Viele Schwarzenbeker legten nach ihrem Wochenendeinkauf Konserven, Kaffee, Kekse, Schokolade und Nudelgerichte in die Einkaufskörbe der Tafel. 36 Kisten mit gespendeten Lebensmitteln kamen so zusammen. „Viele Kunden gaben lieber Geld, damit wir Lebensmittel für die Tafel kaufen können. 264, 46 Euro wurden bei der Aktion gespendet. Dafür danken wir sehr herzlich“, sagte der 74-Jährige.
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